Ein Mosaikstein im Gefüge der Landwehrhäger Vereine und Verbände ist der Handball-Sport-Club Landwehrhagen, der HSC. 

Die Geschichte des HSC zu erzählen, heißt, von Idealisten im besten Sinne zu berichten. 1949, auf der Verlobungsfeier des Sportkameraden Karl Sakowski, hoben Männer wie Willi Wassermann, Theo Menger, Helmut Richter, Karl Aschoff, Willi Becker und Ede Kilian den HSC aus der Taufe. Die Frauen standen den Männern nicht nach: Waltraud Werner, Hilde Richter, Hedweg Aschoff, Irene Menger, Ursel Völker, Gisela Wüstefeld, Frieda Becker, Elsa Dümer, Irmgard Kiel, Vera Koffmane und Irmgard Wassermann gründeten die erste Damen Handball-Mannschaft in Landwehrhagen. Sie spielten auf Großfeld, Hallen waren Luxus in der Nachkriegszeit. Luxus waren auch Autos oder Busse, mit denen die Mannschaften zu ihren Spielen fahren. In der Gründerzeit tuckerten die Handballer mit einem alten Lanz-Traktor, der einen Wagen zog, zu ihren Auswärtsspielen. 



Ein Fuhrunternehmer aus dem Ort stellte sich als Chauffeur zur Verfügung. Kosten, die dadurch entstanden, trugen die Spieler aus ihrer Tasche. In einer Zeit, in der Handball, Fußball und viele andere Sportarten professionell betrieben, sei dieser Hinweis auf die Amateure der ersten Stunde erlaubt. Sie leisteten Aufbauarbeit, zum Handball gesellte sich Turnen und Leichtathletik hinzu, Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts entstand sogar eine Theatergruppe im HSC. Der weiße Zelluloidball fliegt seit 1951 regelmäßig übers Netz beim HSC. 

Turnen, Handball und Tischtennis sind nun einmal Hallensportarten und da braucht es Turnhallen, um den Akteuren gute Bedingungen zu bieten. Die alte Sporthalle an der Grundschule in Landwehrhagen leistet bis 1990 ihre Dienste, dann wurde mit dem Bau der Staufenberghalle mehr Raum geschaffen für den Handballsport. Dass es dazu kam, war der Verdienst von Männern wir dem viel zu früh verstorbenen Heinrich Reiners. Er war es, der unterstützt von seinen Vorstandskollegen, sich für den Bau der Halle engagierte und „Motor“ des Vereins über einen langen Zeitraum war.


Bedeutende Sportereignisse organisierte der HSC in der neuen Halle. 1993 waren beispielsweise die Asse der Südwestdeutschen Tischtennis Rangliste in Landwehrhagen zu Gast. Die Pokalspiele der Handballer gegen die Zweitligisten Empor Rostock und Dessau waren ein Knüller. Es ging aufwärts bis zur 2. Handball Bundesliga, in der sich der HSC drei Jahre hielt. Im Jahr 2007 wagte der HSC nach einem finanziellen Desaster den Neuanfang in der Bezirksoberliga.

Der HSC bot nicht nur Sportlern Raum, sondern war auch das Zuhause maritimen Gesangs. 1983 entstand der Shantychor, der inzwischen als eigenständiger Verein weiter besteht und das kulturelle Leben in Landwehrhaen bereichert. Auch Wintersport fand im HSC statt, Freunde des Skifahrens gründeten im schneereichen Jahr 1986 eine Sparte. 5 Jahre lang wurden Karnevalveranstaltungen dargeboten, von denen im Dorf heute noch jedermann spricht.


Geblieben sind Handball und Tischtennis, wobei der HSC mit der Gründung einer Spielgemeinschaft mit der Handballsparte des TSV Heiligenrode im Jahr 2005 einen Bund einging, der aufgrund fehlenden Rückhalts in den Vereinen letztlich nur drei Jahre hielt. Junge Leute für den Sport zu begeistern, ist jedoch weiteren Ziel der wieder gegründeten Jugendspielgemeinschaft.